Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell, HSN

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Forschungsprojekt:
Lernmedien und Lernerfolg - reale und virtuelle Materialien im Physikunterricht

Viel Geld ist in den letzten Jahren in die Entwicklung neuer multimedialer Inhalte geflossen, die in virtuellen Welten die Lehre an den Hochschulen bereichern und das Lernen an Schulen beflügeln sollen. So standen bis 2004 allein 25 Mio. € Bundesmittel aus der UMTS-Versteigerung zur Verfügung, die in drei Jahren der Förderung insbesondere die nachhaltige Implementierung der Neuen Medien in der Hochschullehre zum Ziel hatten.

Nach einer Begeisterungswelle für Neue Medien in der Bildung zwischen 1997 und 2002, die viele Politiker und Ministerialbeamte erfasste, ist das Interesse zurzeit etwas abgeebbt. Zu Unrecht werden aus dem Ausbleiben der Bildungsexplosion durch Lernplattformen und Co nun die Zuwendungen auf andere Handlungsfelder verlagert. Dabei steht die stille Bildungsexpansion durch die Neuen Medien noch am Anfang.

Die Lernwirksamkeit der Neuen Medien wurde mehr oder minder theoriegeleitet postuliert und längere Zeit nicht ernsthaft in Frage gestellt. Erst seit Kurzem diskutiert man auch die Implementierungsstrategien und vor allem Implementierungsschwierigkeiten, die computergestütztes Lernen im Unterricht mit sich bringen.

Viele Untersuchungen bemühen sich darum, den postiven Einfluss neuer Medien auf den Lernerfolg aufzuzeigen. Die Ergebnisse sind ermutigend, aber auch widersprüchlich. Und immer wieder scheint die Antwort auf eine (Forschungs-) Frage zu lauten: "Es kommt darauf an…". Kritik an wissenschaftlichen Medienvergleichen gibt es schon seit 50 Jahren (Lumsdane 1953 zitiert in Weidenmann 2001). Hauptkritikpunkt ist oft, dass Treatments, aber nicht Medien miteinander verglichen werden.

Vor diesem Hintergrund tritt diese Arbeit an, teilweise Beantwortetes noch einmal zu hinterfragen und dabei Quellen der Unklarheit - soweit identifiziert und möglich - auszuräumen. Dabei ist das Vorgehen bewusst konservativ: Die Neuen Medien werden in lehrer- und schulkompatible Handlungsrahmen eingebettet und die Anforderungen an die Schüler werden auf einem bewusst moderaten Anspruchsniveau gehalten. Dem oben genannten Kritikpunkt begegnet diese Arbeit mit weitgehend identischen Unterrichtsszenarien im Treatment; nur die Medien unterscheiden sich.

Konkret will das Projekt die Auswirkungen von unterschiedlichen Medienkombinationen auf den Lernerfolg im Physikunterricht klären. Dabei treten ein Realexperiment und ein gleichwertiges Computerexperiment gegeneinander an, eine Simulation muss sich gegen das konservative Arbeiten mit Stift und Papier behaupten. Insbesondere in der Kombination der Medien liegen Chancen, aber auch Tücken für das erfolgreiche Physik-Lernen.

Weitere Informationen und Materialien zum Download finden sich auf der Projektseite
L-Forschung.de

Teile der Arbeit wurden bereits veröffentlicht in:
  1. Brell, Claus - Theyßen, Heike; Die Smiley-Skala als effizientes Messinstrument für die Interessantheit des Unterrichts, MNU (im Druck)
  2. Brell, Claus - Theyßen, Heike - Schecker, Horst: Experimentieren mit einem Au-genmodell; Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht, 60. Jahr-gang, Heft 1, S. 30-35, 2007
  3. Brell, Claus, Schecker, Horst, Schumacher, Dieter, Theyßen, Heike; Simulation, IBE, Realexperiment - Lerneffizienz durch "Neue Medien"?; GDCP Jahrestagung 2005
  4. Brell, Claus - Schecker, Horst - Theyßen, Heike - Schumacher, Dieter: Computer trifft Realexperiment - besser lernen mit Neuen Medien? ;In: von Nordmeier, V - Oberländer, A (Hrsg.): Didaktik der Physik: Beiträge zur Frühjahrstagung der DPG - Berlin 2005
  5. Brell, Claus, Schecker, Horst, Schumacher, Dieter, Theyßen, Heike; Auswirkun-gen verschiedener Lernmedien auf den Lernerfolg,; DPG Frühjahrstagung 2004



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